BLOG




DHANYABAD – FREUNDESKREIS NEPALHILFE

März 3rd, 2016

In Zusammenarbeit mit Regisseurin Ulrike Schmidt und Kameramann Georg Schütte durften wir an der Gestaltung der Dokumentation „Dhanyabad“ arbeiten, für welche wir die Komposition, das Sounddesign und die finale Mischung (Stereo + 5.1-Surround, deutsch und englisch) übernahmen. Im Vordergrund des Films steht, dem Zuschauer die Arbeit des Vereins Freundeskreis Nepalhilfe e.V., welcher seit 1995 zwei Einrichtungen für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in dem von Krisen gebeutelten Land Nepal betreibt, näher zu bringen.

Hierfür reisten Ulrike Schmidt und Georg Schütte extra nach Nepal, um zwei ehemalige Bewohner der Einrichtung in ihrem Alltag zu begleiten und sie zu ihrer aktuellen Lebenssituation zu befragen. Eine spannende Reise mit Impressionen und Bildern aus dem wunderschönen und doch armen Land Nepal, samt seiner herzlichen Einwohner, macht diese sehr persönliche Dokumentation zu einem ganz besonderen Projekt, gerade im Bezug auf die musikalische Vertonung, welche die Klischees der asiatischen und orientalischen Kultur zwar bedienen, jedoch gleichzeitig eine Verbindung zur westlichen Musik herstellen und eine „interkulturelle“ Funktion einnehmen sollte.

Wie und warum das Projekt Freundeskreis Nepalhilfe e.V. überhaupt ins Leben gerufen wurde, lässt sich auf ein Ereignis im Jahr 1994 zurückführen:

Yubraj ist 6 Jahre alt, als seine Geschwister, seine Mutter und er selber an Tuberkulose erkranken. Er lebt mit seiner Familie in einem kleinen Bergdorf in Nepal, zwei Tage Fußmarsch entfernt von der nächsten Straße. Medikamente gegen die Tuberkulose können sie sich nicht leisten, denn sie kosten 1994 mehr Geld, als der Vater verdienen kann. In seiner Verzweiflung verlässt er seine Familie und flieht als Wirtschaftsflüchtling nach Deutschland.

Dort wird sein Asylantrag zwar abgelehnt, aber in dem kleinen hessischen Dorf Bottenhorn berührt Alexander Schmidt das Schicksal dieser Familie so sehr, dass er eine Hilfsorganisation gründet und selbst nach Nepal fliegt. In Nepal angekommen, lernt er den Nepalesen Raj kennen, mit dem er ein Restaurant eröffnet. Durch den hieraus entstehenden Erlös kann der Familie die nötige Heilbehandlung finanziert werden. Doch auf dem täglichen Weg zur Arbeit sieht er immer wieder die zahllosen armen Kinder in den Straße Kathmandus. Anfänglich gibt er ihnen dort regelmäßig Essen, doch der Gedanke, dass so den Kindern nicht wirklich geholfen wird, bringt ihn dazu, in Kathmandu einen Raum anzumieten, um Kinder dort aufzunehmen und sich darum zu kümmern, dass die Kinder auch zur Schule gehen können.

Doch die Kapazitäten sind schnell erschöpft und sie beschließen in das Bergdorf von Yubraj und seiner Familie zu gehen. Dort ist der eigentliche Start der Freunde der Nepalhilfe. Yubraj ist der erste Bewohner eines Hauses, in das schnell weitere Kinder kommen. Mit Hilfe vieler Spenden aus Deutschland, ziehen sie aus dem Bergdorf wieder weg und gründen ein eigenes Kinderdorf, in dem heute viele traumatisierte Kinder ein zu Hause finden. Es gibt einen Kindergarten, eine Grundschule, eine weiterführende Schule und ein Therapiezentrum. Auch Yubraj hat so die Möglichkeit eine gute Schulausbildung zu absolvieren, in Kathmandu macht er seinen Schulabschluss und lebt dort in einem Hostel, dass von der Nepalhilfe geführt wird. Auch seine 3-jährige Berufsausbildung wird unterstützt und er ist mit 20 Jahren fertiger Hotelfachmann mit sehr guten Berufsmöglichkeiten.

Doch das Schicksal will es anders. Mit 15 bekommt Yubraj Epilepsie, eine Krankheit, die in Nepal nicht toleriert wird. Nach mehreren Arbeitsstellen muss er feststellen, dass kein Hotel in Nepal oder in Indien einen Epileptiker beschäftigen wird. Nun ist Yubraj in das Kinderdorf zurückgekehrt und hilft überall, wo Hilfe benötigt wird und gibt zurück, was er erfahren hat und versucht parallel seine Selbstständigkeit aufzubauen.

Im selben Ort wohnt Trikashi, deren Eltern kurz hintereinander sterben. Ihre 4 jüngeren Geschwister kommen in der Nachbarschaft unter, nur ihr jüngster Bruder bleibt bei ihr. Beide kommen nacheinander in das Kinderdorf, Trikashi macht ihren Schulabschluss und möchte Tanzlehrerin werden. Sie lernt aber einen jungen Mann kennen, heiratet ihn und hat heute eine 4- jährige Tochter, um die sie sich kümmert.

An Hand dieser beiden Protagonisten wird die 20-jährige Geschichte des Kinderdorfs erzählt. Man sieht das Leben, wie es heute dort abläuft, die Pflichten, die die Kinder haben, die Schule, den Unterricht und natürlich ihre Freizeitbeschäftigungen. Mit ca. 14 verlassen sie mit Abschluss der 8. Klasse das Kinderdorf und ziehen in ein von der Nepalhilfe errichtetes Hostel , in dem sie weitere 2 Jahre leben, bevor sie auf eigenen Füßen stehen können.

All diese Einzelschicksale und zahlreiche durch wunderschöne Bilder dokumentierte Impressionen aus dem Land der Götter, Mythen und Legenden machen diese Dokumentation zu einem sehenswerten und kurzweiligen Projekt, welches zudem auf Missstände in der Welt aufmerksam macht und zum nachdenken anregt.

Namaste!

 








KONTAKT



NEHMEN SIE KONTAKT AUF!

Philipp:  0151 / 41913328
Patrick:  0163 / 3091173

mail@klangkoenner.de

Impressum